Greifbare Zeit

Archäologie und Denkmalpflege auf der Insel Rügen

Schlagwort-Archiv: KdF-Seebad

Spuren der Firma DEUBAU im KDF-Seebad Prora

Auf der Baustelle der Kraft durch Freude Organisation in Prora auf Rügen arbeiteten zwischen 1938 und 1939 die acht größten Baufirmen der damaligen Zeit. Nach Grit Brosowski hatte jede Firma ein Bettenhaus zu errichten. Bisher war nicht bekannt, welche Firma die heute noch erhaltenen Blöcke 1-5 erbaut hat. Bei der Besichtigung des unterirdischen Versorgungstunnels, der sich durch den gesamten Baukomplex hindurchzieht, fand sich jetzt ein Hinweis. In Block 1 verwendete die Baufirma Schalbretter mit ihrem Firmenlogo DEUBAU, welches sich spiegelbildlich im Beton abzeichnete.

Prora KDF-Seebad, Insel Rügen. Abdruck eines Schalbretts der Firma DEUBAU.

Prora KDF-Seebad, Insel Rügen. Abdruck eines Schalbretts der Firma DEUBAU.

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Spuren vom Baulager des KdF-Seebads in Prora, Insel Rügen

Luftaufnahmen vom 23. Juni 1943 zeigen im Bereich des Kdf-Seebades noch vier Jahre nach dem kriegsbedingten Baustop umfangreiche Anlagen und Unterkunftsbauten der ehemaligen Baustelleneinrichtung. Besonders markant tritt das vor dem Festplatz angeordnete Baulager der „Siemens-Bau-Union“ hervor, in dem sich Baracken, Wege, Freiflächen und sogar einzelne Zierbeete abzeichnen.

KdF-Seebad Prora

KdF-Seebad Prora. Luftbild 1943.

Im Sommer 2007 habe ich mich im Gelände nach Spuren umgesehen und war erstaunt, wie viel nach 73 Jahren noch übrig geblieben war. Die Fundamente der ehemaligen Bauleiterbaracke waren noch vollständig im Gelände auszumachen. Daneben konnte ein Feuerlöschteich, weitere Fundamente und Lagerplätze lokalisiert werden. Selbst Gehölze der ehemaligen Zierbeete, wie Wacholderpflanzungen, waren noch – zu stattlicher Größe herangewachsen – vorhanden. Weitere interessante Befunde waren im Areal des Jugendzeltplatzes zu entdecken. Anhand der Höhe des Bewuchses hoben sich spiegelbildlich um den Bauplatz der Schwimm- und Gymnastikhalle angelegte Wege im Gelände ab. Das konnte als Hinweis darauf gewertet werden, dass der Freiflächengestaltungsplan von W. Tschörtner bereits zu Beginn der Baumaßnahme (1936) umgesetzt worden ist.