Greifbare Zeit

Archäologie und Denkmalpflege auf der Insel Rügen

Schlagwort-Archiv: Großdolmen

Grabschändung bei Sassnitz

Auf dem Weg von Lancken-Sassnitz zum Baumhaus Buddenhagen liegt in einer Wiese ein unbekanntes und in keiner Fachliteratur erwähntes Großsteingrab. Im Jahr 2000 hob ein Herbststurm mit dem Wurzelteller einer umgestürzten Buche den bisher verborgenen Deckstein an und gab auf dessen glatter Unterseite den Blick auf drei Schälchen von 6 cm Durchmesser frei. Das Geschenk aus der Vergangenheit war nur von kurzer Dauer. Wenig später verwüsteten Unbekannte das Grab. 2009 fiel der Deckstein auf den Hügel zurück.

Lancken-Sassnitz, Insel Rügen. Verwüstetes Großsteingrab.

Lancken-Sassnitz, Insel Rügen. Verwüstetes Großsteingrab. Im Wurzelteller ein Deckstein mit Schälchen.

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Rekonstruktionsversuch des Großdolmens von Hagen

In meinem Beitrag vom 5. August 2013 habe ich das Schicksal des Großsteingrabs von Hagen (Gemarkung Prora, Gemeinde Binz) als Steinbruch für Heldendenkmale in Binz, Putbus und Zirkow beschrieben. Der damals noch unbekannte Verbleib des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Binz, zu dem nach W. Hansen (W. Hansen, Mannus 25, 1933, 337-352) der Deckstein des Großdolmens umgearbeitet worden ist, konnte jetzt aufgeklärt werden. In der Ortschronik, die vor dem Kurhaus von Binz in einer Schautafel ausgehängt ist, findet sich für das Jahr 1913 folgender Eintrag: „… Das Kaiserdenkmal (Ecke Putbuserstraße-Strandpromenade) wird für 25 Regierungsjahre Wilhelm II. eingeweiht. Heute ist es ein Gedenkstein mit der Inschrift Seebad 1884„. Der bei W. Hansen publizierte Grundriss erlaubt nun eine Rekonstruktion des Großdolmens.

Hagen, Insel Rügen. Rekonstruktionsversuch des zwischen 1896 und 1926 zerstörten Großdolmens. Grundriss nach W. Hansen, 1933.

Hagen, Insel Rügen. Rekonstruktionsversuch des zwischen 1896 und 1926 zerstörten Großdolmens.