Greifbare Zeit

Archäologie und Denkmalpflege auf der Insel Rügen

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Fort Grahlhof

An das Ende des 19. Jahrhunderts oberhalb der Grahler Fähre errichtete preußische Fort Grahlhof erinnert heute nur noch das Wallmeisterhaus, denn nach der Aufgabe ließ der Käufer des Grundstücks die Gräben und Wälle vollständig einebnen. Nach Entwurfsplänen im Geheimen Staatsarchiv Berlin handelte es sich um ein sogenanntes Einheitsfort, den damaligen Standardtyp für Festungsbauten im Deutschen Reich. Einzelheiten zum Bau und sogar zum leitenden Bauingenieur überlieferte der Stralsunder Museumgründer Rudolf Baier (1818-1907) in seiner Schrift Die Insel Rügen nach ihrer archaeologischen Bedeutung (Stralsund, 1896). Er berichtete von einem geologischen Objekt, welches 1880 beim Bau des Stralsund gegenüber gelegenen Forts Grahlhof im Lehmboden gefunden und von dem den Bau leitenden Ingenieuroffizier, Premierlieutnant John, dem Museum als Geschenk überwiesen wurde.

rahlhof, Insel Rügen. Rayon-Plan des Forts (Ausschnitt). Geheimes Staatsarchiv Berlin.

Grahlhof, Insel Rügen. Rayon-Plan des Forts (Ausschnitt). Geheimes Staatsarchiv Berlin.

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Fort Grahlhof auf Rügen

Nachdem Schwedisch-Pommern zusammen mit der Insel Rügen 1814/15 an Preußen gekommen war, sollte im Raum Stralsund-Rügen ein Schwerpunkt der preußischen Marine entstehen. Die „Marinestation“ auf der Stralsund vorgelagerten Insel „Dänholm“ legte dazu einen wichtigen Baustein. Auf Rügen realisierte man dagegen nur wenige der damals geplanten Befestigungen. Als Erstes wurde 1876 in Grahlhof vor dem strategisch wichtigen Fähranleger ein Fort errichtet. Durch Neuerungen in der Waffentechnik war es jedoch schon nach wenigen Jahren überholt und wertlos geworden. 1898 wurde es verkauft, die Gräben zugeschüttet, das Ziegelmauerwerk abgetragen. Nur das Wallmeisterhaus ist als einiger Überrest erhalten geblieben.

Fort Grahlhof, Insel Rügen, Wallmeisterhaus

Fort Grahlhof, Insel Rügen, Wallmeisterhaus