Greifbare Zeit

Archäologie und Denkmalpflege auf der Insel Rügen

Schlagwort-Archiv: Bodendenkmal

Neuenkirchen auf Rügen – Grabhügel im NVA-Raketenobjekt

Ein entlegener Fleck auf der Insel Rügen, die Moritzhagener Berge bei Neuenkirchen, ist nach dem Verkauf durch die Treuhand (TLG) in den Fokus von Investoren geraten. Aus den von einem Planungsbüro erarbeiteten Unterlagen des Bebauungsplans geht hervor, dass den Höhenzug einst 30 Grabhügel aus vorgeschichtlicher Zeit zierten. Die meisten Grabhügel wurden jedoch am Ende des 19. Jahrhunderts zur Vergrößerung der landwirtschaftlichen Nutzfläche eingeebnet; nur drei Gräber blieben erhalten. Über Funde ist nichts bekannt, aber vielleicht stammt ein Schwert der älteren Bronzezeit im Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin (Inventar: Ic 3541 a) aus einem der damals zerstörten Gräber.

Moritzhagen Grab 2

Moritzhagen (Rügen) Grab 2. Das stark verbuschte Grab inmitten von NVA-Ruinen.


In den 70er-Jahren wurde eine Raketenbasis für die „Fla-Raketenabteilung 4324“ auf dem Höhenzug errichtet. Das Militär respektierte die noch vorhandenen Grabanlagen. Die mächtigen Bunker zeugen vom „Kalten Krieg“. Die mit Graffiti bedeckten Wände der Aufenthalts- und Schutzräume vermitteln außerdem einen Eindruck von der Alltagswelt der NVA-Soldaten.

Bei einem Besuch Anfang Dezember 2011 waren die Bauarbeiten für einen Solarpark schon voll im Gang. Das Gelände war zuvor vom Kampfmittelräumdienst untersucht worden. Danach wurde die Oberfläche beräumt und Vorbereitungen für die Installation der Solarmodule durch die M+W Solar GmbH aus Stuttgart getroffen. Die beiden im Gelände befindlichen Grabhügel wurden dabei weiträumig aus dem Baufeld ausgeklammert und nicht angetastet.

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