Greifbare Zeit

Archäologie und Denkmalpflege auf der Insel Rügen

Schlagwort-Archiv: Binz

Trauriges Mädchen in Binz

In der Ausgabe vom 21. März 2017 berichtete die Ostsee-Zeitung von einer Streetart-Darstellung, welche in Mainz für Beachtung und Aufregung gesorgt hat. Das Graffiti zeigt ein trauriges Mädchen, mit wenigen Strichen an die Wand gesprüht. An einem verkommenen, abrissreifen Haus an der Strandpromenade in Binz habe ich das Mädchen 2015 auch auf der Insel Rügen entdeckt; direkt neben dem Hintereingang.

Binz, Insel Rügen. Trauriges Mädchen am Hintereingang.

Binz, Insel Rügen. Trauriges Mädchen am Hintereingang.

Advertisements

Rechtwinklige Rippelmarken am Strand von Binz

Die wellenförmigen Rippelmarken an den Sandstränden der Ostsee verlaufen in der Regel parallel zur Küstenlinie. Eine seltene Ausnahme war am 23. September 2016 am Strand von Binz zu beobachten. Zwei Rippelsysteme berührten sich im rechten Winkel. Die Ursache für das Phänomen könnte eine plötzliche Änderung der Strömungsrichtung gewesen sein.

Binz, Insel Rügen. Strömungsrippel am Strand.

Binz, Insel Rügen. Strömungsrippel am Strand.

Ein Drumlin-Schwarm bei Lubkow

In dem Dreieck zwischen Karow, Lubkow und Zirkow ist im digitalen Geländemodell ein Schwarm von linearen Strukturen eiszeitlichen Ursprungs auszumachen, welcher der bei Trent beschriebenen Formation ähnelt. Die bis zu zwei Kilometer langen Streifen sind allerdings etwas schwächer ausgeprägt und der Winkel zur Ost-West Richtung ist mit 43 Grad geringer. In der geologischen Fachliteratur bezeichnet man entsprechende Geländeformen als Drumlins, Crag-and-tail-Ablagerungen oder Flutes. Für die Entstehung waren dynamische Prozesse der Eisschilde verantwortlich, so dass die Ausrichtung parallel zur Eisbewegung erfolgte. Die Strukturen entstanden wahrscheinlich während der letzten Eisvorstöße aus dem Ostseeraum zwischen 12.800 und 13.200 v.h.

Lubkow, Insel Rügen. Eiszeitliche Strukturen zwischen Binz, Lubkow und Zirkow.

Lubkow, Insel Rügen. Eiszeitliche Strukturen zwischen Binz, Lubkow und Zirkow.

KDF-Gefolgschaftswohnungen in Binz

Im Archiv der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen befindet sich ein vom 30. November 1940 datierter Plan aus dem Büro der nationalsozialistischen „Bau- und Betreuungsgesellschaft der Deutschen Arbeitsfront“ mit der Überschrift: „KDF-Seebad Rügen, Gefolgschaftswohnungen in Binz“. In dem Dreieck zwischen Proraer-Chaussee, Dollahner Straße und Bahnhof ist eine mit Plätzen und Vorgärten gegliederte Anlage für 200 Wohneinheiten dargestellt. Die Planungen deuten darauf hin, dass die KDF-Organisation – vermutlich angesichts der militärischen Erfolge im Westfeldzug – auf eine Fortsetzung der Baumaßnahmen am Seebad in Prora hinarbeitete. Ein Vergleich mit der heutigen Bebauung in Binz zeigt jedoch, dass die Planungen nicht zur Ausführung kamen.

Binz, Insel Rügen. KDF-Seebad Prora. Geplante Gefolgschaftswohnungen.

Binz, Insel Rügen. KDF-Seebad Prora. Geplante Gefolgschaftswohnungen.